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Land unter!

Land UnterStellungnahme gegen den Kiesabbau in Trebur
zum Regionalplan Südhessen.

Diese Stellungnahme und Position unterstützt voll
und im Wortlaut die FW
:

Im Entwurf der Regionalen Raumordnungsplans Südhessen ist in Trebur, OT Geinsheim, eine 131ha große Kiesabbaufläche in unmittelbarer Nähe des Rheindeiches vorgesehen.
Diese Fläche ist aus dem Plan herauszunehmen!


BEGRÜNDUNG:

Wasserflächen heute:
Trebur hat eine Fläche von 5014 ha, davon sind heute schon 100 ha Kiesseen. Wenn man die 200 ha Bäche und Gräben, sowie die weiteren für den Abbau vorgesehenen Flächen hinzu rechnet, wären 13% der Gemarkung Treburs Wasserflächen. Hinzu kommen noch 1633 ha Retentionsraum für Hochwasser, was sich auf 40 % der Gemarkungsfläche addieren würde. Eine Vergrößerung ist nicht hinnehmbar!

Deichsicherheit
Die Gefahr eines Deichgrundbruches würde sich durch die geplante Auskiesungsfläche entlang des Deiches auf einer Länge von mehr als einem Kilometer zu einem nicht mehr kalkulierbarem Risiko ausweiten. Der Rhein ist heute in der Lage innerhalb kürzester Zeit durch extreme Witterungseinflüsse in seinem Einzugsgebiet sehr schnell Hochwasser aufzubauen. Durch den hohen Pegel wird sich, wenn das Rheinhochwasser am Winterdeich ansteht, ein enormer Druck auf das Grund- und Druckwasser einstellen. Die Fließrichtung des Grundwassers wird sich umdrehen; anstatt wie üblich zum Rhein, wird es Richtung Binnenland gedrückt. Der Deich steht im Untergrund und zum Teil bis in den Deichfuß hinein auf kiesigem und sandigem Untergrund. Solange hinter dem Deich noch tonige/lehmige Erdschichten als Deckschicht auf den grundwasserführenden Kiesschichten liegen, können diese das Austreten von Grundwasser erschweren und somit die Fließgeschwindigkeiten in den Sand- und Kiesschichten bremsen. Ganz anders sieht es aus, wenn man durch die geplante Auskiesung entlang des Winterdeiches eine Wasserfläche von 131 ha und mehr als 30 Meter Tiefe schaffen würde. Bei Rheinhochwasser wird sich die Grund- und Druckwassersituation durch das Öffnen der Kiesgruben für die Ortslagen Geinsheim und Hessenaue wesentlich verschlechtern. Der Druck- und Grundwasseranstieg bei Rheinhochwasser wird sich näher zu den Ortslagen verschieben und vermehrt zu Kellervernässungen und Grundwasserproblemen führen.
Wie schwierig es ist, das Grundwasserverhalten vorher zu bewerten, zeigen die Beispiele in Köln und Nachterstedt in erschreckender Deutlichkeit. Dies ist nicht hinnehmbar!

Klima
Die Gemeinde Trebur stellt mit seiner Fläche einen besonderen Beitrag zur Sicherung guter lufthygienischer und bioklimatischer Verhältnisse, die wesentlich für das menschliche Wohlbefinden beitragen. Diese Aufgabe ist nicht mehr erfüllbar wenn große Flächen wertvolles Ackerland in einen Kiessee verwandelt werden. Dies, zumal in der angrenzenden Nachbarkommune Leeheim, gleichzeitig weitere Flächen für den Kiesabbau (ohne Wiederverfüllung) vorgesehen sind.

Bodenschutz
Im landwirtschaftlichen Fachplan Südhessen werden klare Stellungsnahmen zu den besonders wertvollen Böden in der Gemeinde Trebur gemacht. Um diese wertvollen Böden zu schützen, ist die Herausnahme der 131 ha Kiesabbaufläche zwingend erforderlich. Trebur besitzt mit der Landwirtschaft ein prägendes Funktionselement, das es in dieser Größenordnung nur noch selten gibt und zu erhalten ist. Es muss verhindert werden, dass der Kiesabbau unserer grünen Lunge zerstört. Auf 131 ha erzeugen die Pflanzen jährlich ca. 486 Tonnen Sauerstoff und binden 668 Tonnen Kohlendioxide. 131 ha können mehrere Tausende Menschen jedes Jahr ernähren und bieten nachhaltig 6 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und damit mehr als im Kiesabbau.
Die vorliegende Planung schickt sich an, Naturräume und Siedlungen zu zerstören. Die Heimat wird vielen Menschen quasi unter den Füßen weggebaggert. Viele Bürger kritisieren, dass die Planer lediglich sachliche Korrektheit, nicht aber die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigten. Durch großflächigen Kiesabbau auf landwirtschaftlich hochwertiger Fläche werden sogenannte gestörte Bereiche geschaffen, weil die Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe einen nicht umkehrbaren Eingriff in Natur und Landschaft darstellt. Dieser nun herbeigeplante und faktisch entstandene, gestörte Bereich lässt die Ausweisung von Rückhaltebecken Vorrangfläche vorbeugender Hochwasserschutz zu (Polder Trebur). Das Schicksal, das andere Räume durch den demographischen Wandel ereilt, wird in Trebur durch die Regionalplanung herbeigeplant, weil der Entwurf aus dem Jahr 2007 immer noch Realität ist.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Helmut Kinkel, wird als Regionalabgeordneter in der Regionalversammlung dazu auffordern, dass der Kiesabbau von 131 ha, aus dem regionalen Flächennutzungsplan herausgenommen wird.


> Rede von Herrn Helmut Kinkel in der der Reginalversammlung am 17. September 2010

> Das letzte Wort ist nicht gesprochen | Echo-Online | 22.09.2010

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